Die Modellierung selbst ist Teil der integrierten Produktentwicklung: Sie dient dazu, die bereits erdachte, erträumte Form zu gestalten. Der Modellierer denkt in Körpern und Oberflächen, aus denen dann Baugruppen erstellt werden können. Die Körper müssen bei der Modellierung in der realen Welt vorgestellt werden: Man muss im Voraus wissen, welchen Prozess sie durchlaufen, um zu realen Objekten zu werden, aus welchem Material sie bestehen, wie sie funktionieren, sich bewegen und wie haltbar sie sein werden. Dies ist ein recht komplexer Prozess, der tiefergehende Kenntnisse erfordert als die Verwendung eines 3D-Designprogramms. Daher wird von Kunden keinesfalls erwartet, dass sie jedes kleinste Detail ihrer Ideen spezifizieren: der Designer benötigt eine allgemeine Beschreibung der Funktionsweise der Objekte, Textanweisungen, eine Beschreibung der Nutzungsbedingungen, vielleicht einige kleine Zeichnungen oder, falls ein ähnliches Produkt im Handel erhältlich ist, eine Demonstration davon.
Es gibt zwei völlig unterschiedliche Modellierungsmethoden: Die eine ist die parametrische technische Modellierung. Hierbei werden Objekte schrittweise aufgebaut, indem der Konstruktionsbaum anhand präziser Parameter beschrieben und erhalten wird. Diese Parameter können jederzeit geändert werden, wodurch sich auch die Geometrie anpasst. Dies erfordert nicht nur eine hohe Rechenleistung, sondern auch einen durchdachten und sorgfältig ausgearbeiteten Konstruktionsprozess, in den sich mögliche Änderungswünsche problemlos integrieren lassen. Die Struktur ist transparent und reversibel. Ich arbeite mit dieser Methode. Geeignete Software sind beispielsweise SolidWorks, SolidEdge, Creo, Inventor usw.
Der andere Modellierungsprozess ist eher künstlerisch und lässt sich auch als virtuelles Bildhauen bezeichnen. Entschlüsseln ist bis zu einem gewissen Grad möglich, der Designprozess verläuft jedoch linearer. So entstehen Figuren, CGI-Grafiken und 3D-Szenen. Solche Modelle finden sich hauptsächlich in der Werbe- und Filmindustrie. Die gängigsten Softwareprogramme hierfür sind Rhino3D, Blender und 3ds Max.
Modelle eignen sich jedoch nicht immer für den 3D-Druck, es sei denn, der Designer hat sie speziell für diesen Zweck entworfen. Dabei müssen Faktoren wie die verwendete Technologie, die Kontinuität und Normalvektor der Oberflächen, die minimale Materialstärke, die Entfernbarkeit von Stützstrukturen, die Sichtbarkeit von Details usw. berücksichtigt werden.
Sie finden auch fertige 3D-Modelle im Internet. Es gibt kostenlose und kostenpflichtige Modelle. Hier sind einige Links zum Stöbern:
https://www.thingiverse.com/
https://www.printables.com/
https://makerworld.com/en
https://cults3d.com/
https://www.cgtrader.com/
https://www.myminifactory.com/